Wenn Insolvenz droht, geht es nicht mehr um Optionen – sondern um Zeit.

In dieser Phase entscheidet sich nicht mehr, ob Sie handeln müssen – sondern wie schnell und wie klar Sie es tun.

Die zentrale Frage ist: Haben Sie noch Gestaltungsspielraum – oder greifen bereits rechtliche Zwänge?

Woran Sie erkennen, dass es ernst wird

  • Ihre Liquidität reicht nicht mehr aus, um fällige Verbindlichkeiten zu bedienen
  • Zahlungen werden gestoppt oder selektiv gesteuert
  • Ihre Planung zeigt keine tragfähige Entwicklung mehr
  • es besteht Unsicherheit, ob eine Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) bereits vorliegt
  • oder eine Überschuldung (§ 19 InsO) eingetreten ist

Und oft zusätzlich:

  • steigender Druck von Banken, Lieferanten oder Gesellschaftern
  • keine klare Entscheidungsgrundlage mehr

Spätestens hier befinden Sie sich nicht mehr in einer normalen Unternehmenssteuerung, sondern in einer rechtlich kritischen Situation.

Wo sie wirklich stehen

In dieser Phase geht es nicht mehr um Interpretation – sondern um klare Einordnung.

Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO)

Sie sind nicht mehr in der Lage, Ihre fälligen Verbindlichkeiten zu erfüllen.
→ zentrale Folge: mögliche Insolvenzantragspflicht (§ 15a InsO)

Überschuldung (§ 19 InsO)

Ihr Vermögen deckt die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr – und es gibt keine positive Fortführungsprognose (Going Concern)

Der kritische Punkt ist nicht die Situation selbst – sondern ob Sie sie rechtzeitig und korrekt einordnen.

„Wir gewinnen noch etwas Zeit.“

Was tatsächlich passiert:

  • notwendige Entscheidungen werden verzögert
  • Fristen zur Insolvenzantragspflicht werden überschritten
  • Risiken wie Insolvenzverschleppung entstehen
  • persönliche Haftung nimmt zu (z. B. durch Zahlungen nach Eintritt der Krise, § 15b InsO)

Zeit zu gewinnen ist in dieser Phase oft genau das, was Sie Handlungsspielraum kostet.

1. Klare rechtliche und wirtschaftliche Einordnung

  • Prüfung, ob Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt
  • belastbare Bewertung Ihrer Fortführungsprognose
  • vollständige Transparenz über Ihre Liquidität

2. Entscheidungsfähigkeit herstellen

  • strukturierte Bewertung aller Handlungsoptionen
  • klare Priorisierung
  • schnelle, belastbare Entscheidungsprozesse

3. Handlungsoptionen aktiv prüfen

Je nach Situation:

  • StaRUG-Verfahren (bei frühzeitigem Handeln)
  • Insolvenz in Eigenverwaltung (§§ 270 ff. InsO)
  • Schutzschirmverfahren (§ 270d InsO)
  • oder ein reguläres Insolvenzverfahren

→ Entscheidend ist nicht die Option – sondern der Zeitpunkt, zu dem Sie sie nutzen.

4. Stakeholder und Kommunikation steuern

  • Abstimmung mit Gesellschaftern
  • Vorbereitung auf Gespräche mit Banken und Gläubigern
  • klare interne Kommunikation

In dieser Phase entscheidet Kommunikation darüber, ob Vertrauen erhalten bleibt – oder vollständig verloren geht.

  • Verletzung der Insolvenzantragspflicht (§ 15a InsO)
  • Risiko der Insolvenzverschleppung
  • persönliche Haftung der Geschäftsführung
  • Verlust jeglicher Gestaltungsmöglichkeiten

→ ab diesem Punkt:

  • übernehmen externe Akteure (Insolvenzverwalter, Gericht)
  • Sie verlieren die operative Kontrolle

Sie sollten spätestens handeln, wenn:

  • unklar ist, ob Zahlungsunfähigkeit bereits eingetreten ist
  • Ihre Fortführungsprognose nicht belastbar positiv ist
  • Liquidität nicht ausreicht, um fällige Verbindlichkeiten zu bedienen
  • Entscheidungen nicht mehr auf klaren Zahlen basieren

In dieser Phase ist Unsicherheit selbst bereits ein Risiko.

Auch in der Insolvenz gibt es Gestaltungsspielraum – aber nur für kurze Zeit.

Viele verbinden Insolvenz ausschließlich mit Kontrollverlust. In der Praxis gibt es jedoch:

  • Möglichkeiten zur Sanierung im Verfahren
  • Instrumente wie Eigenverwaltung oder Schutzschirm
  • Optionen zur Fortführung des Unternehmens

→ Voraussetzung: frühe, klare und mutige Entscheidungen

Wir schaffen Klarheit, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

1. Schnelle und realistische Einordnung

  • klare Bewertung Ihrer Situation
  • keine Schönrechnung
  • belastbare Entscheidungsgrundlage

2. Strukturierte Entscheidungsprozesse

  • Aufbereitung aller Optionen
  • Priorisierung unter Zeitdruck
  • Unterstützung bei kritischen Weichenstellungen

3. Verbindung von wirtschaftlicher, organisatorischer und menschlicher Perspektive

  • nicht nur rechtliche oder finanzielle Sicht
  • sondern auch:
    • Führung
    • Kommunikation
    • Organisation

4. Handlungsfähigkeit unter Druck sichern

  • Begleitung in kritischen Situationen
  • Stabilisierung von Entscheidungsfähigkeit
  • Zusammenarbeit mit rechtlichen und finanziellen Partnern

Unser Ziel ist nicht, die Insolvenz zu verwalten – sondern auch in dieser Situation noch Gestaltung zu ermöglichen.

Wenn Sie Klarheit über Ihre Situation brauchen

In dieser Phase zählt eine schnelle, ehrliche und strukturierte Einschätzung. Wenn Sie Untersütztung brauchen, vereinbaren Sie ein verrauensvolles Gespräch mit einem unserer Experten. 

Autor

  • "Georg gestaltet seit mehr als 30 Jahren Change-Prozesse und ist als CEO der Puls von Kraus & Partner. Er ist ein Magnet für inspirierende Menschen und Projekte. Stillstand gibt es nicht in seinem Vokabular."

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